Rose

07.08.2017

Für manche ist Liebe eine bittere Pille, die es zu schlucken gilt.
Eine scharfe Klinge oder ein Dorn, der verletzt.
Ein nie endendes Sehnen, ein nie zu stillender Hunger.
Ein reissender Fluss, der alles mitträgt, was ihm im Weg steht
und nichts als Verwüstung zurücklässt.

 

Du sagst, Liebe sei nichts als ein Samenkorn,
begraben unter Schnee und Steinen und Dreck,
dazu verdammt, ewig zu warten,
weil es in unserer Welt dafür keinen Platz mehr gibt.
Ich sage, Liebe ist die Blume,
die durch all diesen Schnee und die Steine und den Dreck hindurchbricht.
Sie ist die Kraft, die auch das schwächste Lebewesen zum Gedeihen bringt.

Wie will ein Herz, das Angst hat, zu zerbrechen, je das Tanzen lernen?
Wie willst du träumen, wenn du dich ständig davor fürchtest, aufzuwachen?
Wie willst du Menschen begegnen, wenn dich die Angst vor ihrer Zurückweisung lähmt?
Wie willst du auf den Grund einer Seele blicken, wenn du deine eigene verschlossen hältst?

 

Wenn dir die Geduld zum Warten fehlt,
wenn die Einsamkeit zu erdrückend wird und der Weg zu weit,
dann erinnere dich daran,
dass das Samenkorn, das im Winter unter der dicken Schneedecke in der bittersten Kälte ausharrt,
ohne Licht und ohne Hoffnung,
im Frühling mit der Wärme und der Liebe der Sonne
wächst und gedeiht und mit etwas Geduld zu einer Rose erblüht.

 

 

Inspiriert von Bette Midlers "The Rose".

 

 

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