Stadt

10.06.2016

So viele Menschen. Sie drängen sich auf den Strassen, in den Trams, in den Läden. Sie laufen aneinander vorbei, ohne sich anzusehen. Nehmen kaum das Gegenüber wahr.

Jeder in seiner eigenen Welt, jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach, spaziert in seinen eigenen Luftschlössern herum.

Nur hin und wieder, ganz selten und meist gleich wieder vergessen, treffen sich Blicke, ein Lächeln wird ausgetauscht, manchmal auch ein nettes Wort, das von einem Menschen zum andern hüpft wie ein kleiner Vogel aus Luft und Rauch und sich gleich wieder auflöst. Oder aber für ein paar Augenblicke hängenbleibt, für eine kleine Weile in Form einer Erinnerung oder eines schönen Gedankens sitzenbleibt.

Und manchmal kommt es auch vor, dass zwei Türen sich öffnen, dass es zu einer kurzen Berührung zwischen zwei Seelen kommt, einem wirklichen Austausch. Für ein paar Augenblicke treffen zwei Welten aufeinander, werden für einen Moment eins und trennen sich wieder, jede für sich um ein paar Erfahrungen reicher. Und dann sind sie wieder zwei Wesen, getrennt voneinander, ohne Berührungspunkte.

Und die Menschen eilen wieder aneinander vorbei, jeder in seiner eigenen Welt gefangen, ohne wirkliche Verbindung zur Welt da draussen, zu den Menschen rundherum. Jeder geht seinen Weg für sich, blickt nur selten auf, um wahrzunehmen.

Dez 14/Apr 15/Mai 17

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